Sonntag, 1. Mai 2022

Cinema Purgatorio (Dantes Verlag) (7 von 10 Punkten)

 

©️Dantes Verlag 


Auf die neue Geschichte des Dream Teams Alan Moore und Kevin O‘Neill
bekannt aus „The league of extraordinary Gentlemen“ war ich sehr gespannt.

Ich muss zugeben das ich etwas komplett anderes erhalten habe, als das, womit ich gerechnet habe?!
In der Story geht es um eine Person (erzählt aus der ich Perspektive), 
die regelmäßig das Cinema Purgatorio besucht und Filme oder Kurzfilme schaut. 
Dabei spielen die teilweise sehr abgedrehten Filme eine große Rolle. 
Die Filme spielten auf mindestens 2 Ebenen. 

Erstens. Die Filme selbst. Über die wir ganz nebenbei sehr viel über das alte Hollywood erfahren. 
(Geschätzt besteht 1/3 des Bandes aus redaktionellen Anmerkungen in denen fast zu jedem Panel eine Erklärung geliefert wird. Das war mir nach einigen Seiten aber zu viel Information. 
Ich habe diese im Verlauf des Bandes übersprungen.)

Zweitens. Was unser Kinobesucher aus der „Ich Perspektive“ in der Geschichte sieht. 
Der Kinobesucher aus der Ich Perspektive wird hier auch zum Erzähler der Filme.
Parallel wird neben dieser ganzen „Kurzfilme“ die versteckt und durch den Erzähler, 
etwas über unseren Kinobesucher verraten, 
auch das Verhalten im Kino außerhalb der eigentlichen Vorstellung gezeigt. 
Das fängt irgendwann an ineinander überzufließen.
Ab diesem Punkt fängt es an verstörend zu wirken. 

Erst mit der vermeintlichen Auflösung die zum Ende des Bandes erfolgt, fängt man an jede Szene und alles gelesene nochmals zu hinterfragen. Hat man alles richtig gedeutet und auch verstanden?
Ich kann es euch nicht mit Sicherheit sagen.

Definitiv wurde mein Gehirn gefi**t. 

Ein Band den man sicherlich mehrmals lesen muss / kann um jede Anspielung zu finden, 
zu deuten, oder neu zu interpretieren.
Optisch ist das Ganze von Kevin O‘Neill wie gewohnt perfekt umgesetzt. Ich liebe seinen markanten, harten Zeichenstil. Die Filmscenen sind in schwarz-weiß, die „realen“ Scenen sind in Grautönen gehalten. 
So haben wir als Leser die Möglichkeit, gezeigte Realität und Film voneinander zu unterscheiden.

Wie schon gesagt. Ich habe was komplett anderes bekommen als ich erwartet habe.
Einen unerwarteten Brainfuck und eine verstörende Story,
über die ich bestimmt noch ein Weilchen nachdenken muss.

Und da der Comic das geschafft hat, kann ich den Band auf jeden Fall empfehlen.

Vielen Dank an den Dantes Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Zum Verlag: https://www.dantes-verlag.de/gesamtprogramm/cinema-purgatorio/cinema-purgatorio/


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Dir entstehen dadurch keine Zusatzkosten)

Eine ausführliche Videoreview findet ihr hier: https://youtu.be/Bs8E4TVhtK0


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